Das Landi-Haus und seine Geschichte​

Wer das Ortsbild von Unterillnau unvoreingenommen besichtigt, stellt rasch fest, dass das Gebäude Usterstrasse 23 im Vergleich zu den übrigen Gebäuden etwas Besonderes sein muss. 

Ja, das Haus ist, jedenfalls von aussen gesehen, in einem traurigen Zustand. Die Jahrzehnte dauernde Vernachlässigung hat ihre Spuren hinterlassen.

Es besteht aber kein Zweifel, dass das Gebäude Usterstrasse 23 das Ortsbild prägt, was sich mit der ehemaligen Nutzung dieses Hauses gut erklären lässt: Noch bis in die 80-er Jahre beherbergte es den Volg als wichtigen Einkaufsort für die Produkte des täglichen Bedarfs und damit verknüpft die Landiverkaufsstelle. Mit dem Sitz der Landi Illnau war das Gebäude sozusagen der wirtschaftliche Mittelpunkt der landwirtschaftlich geprägten Ortschaft.

Aus der denkmalpflegerischen Stellungnahme von Dr. Friederike Mehlau Wiebking vom 28.02.2011:
„Das Wohn- und Geschäftshaus Usterstrasse 23 ist auf Grund seiner bedeutenden ortsbaulichen Markanz, seinem sozialgeschichtlichen Wert – als Repräsentant der aufstrebenden Genossenschaftsentwicklung – und als sehr wichtigem, raaren als auch aussagekräftigem baukünstlerischem Dokument des Art déco, resp. Expressionsimus der 1920er Jahre als wichtiger ortsbaulicher, sozialgeschichtlicher und baukünstlerischer Zeuge im Sinne der Kriterien von §203c PBG zu werten. „

Zuerst fällt seine Stellung auf: Während die anderen Bauten ihre Dächer gegen die Usterstrasse hin neigen, hat die markante Giebelseite des Hauses offensichtlich den Zweck, auf sich aufmerksam zu machen. Auffallend ist auch die Höhe des Firstes. Kein anderes Haus erreicht diese Höhe. Dies hängt einerseits mit der Ausbildung eines Hochparterres zusammen, andererseits hat das Gebäude grosse Geschosshöhen und vor allem mehrere Dachgeschosse. Bemerkenswert sind auch einige konstruktive Details, die dem Gebäude einen besonderen Charme geben.

Auf Grund solcher Fakten und Überlegungenist es völlig unverständlich, dass der dorfbildprägende, markante Bau aus dem Inventar der schützenswerten Bauten entlassen werden soll. Vielmehr ist ein sorgfältiger Umbau mit einer attraktiven, den Dorfplatz belebenden Nutzung anzustreben.

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